Ich hab ja schon einmal was über die Jamben geschrieben. Der aus dieser formalen Selbstbeschränkung resultierende Sprachrhythmus führt unter anderem zur Verwendung ähnlicher sprachlicher Figuren in den aufeinanderfolgenden Kapiteln. Am Anfang fand ich das nervig, später wurde mir dann klar, dass diese repetitiven Elemente vorteilhaft sind, helfen sie doch dabei, mit der Zeit einen “Sound” mit hoher Wiedererkennung zu erschaffen.

Ein weiteres streng formales Element der Geschichte ist die Aufteilung der Episoden in einen Stundentakt. 24 (Dezember-)Adventstage korrespondieren mit den 24 Stunden des 24. Dezembers. Diese Aufteilung wird nun bereits mit Episode 2 – RUMMS – gebrochen. Beffaná und die Küchenmaus treffen das Sturmgespenst noch vor 1 Uhr. Aber klar: Beffaná muss um zwölf ja erst mal aufwachen, sich reisefertig machen und die Maus beschenken. Auf der anderen Seite muss sie das Sturmgespenst noch vor 1 Uhr treffen, in der Geisterstunde. Das führt letztlich dazu, dass die Uhrzeit in der fortlaufenden Geschichte der Nummerierung der Dezembertage um zwei Stunden hinterherhinkt. Aber gut, ist wahrscheinlich allen außer mir schnurzpiepegal.

Zwei Uhrzeiten hatte ich von Anfang an für besondere Episoden vorgesehen: Sonnenaufgang (der in Mitteleuropa am 24.12. um ca. 8:30 Uhr stattfindet und für “Das Hotel zu Sonne” vorgesehen war), und 12 Uhr mittags. High noon. Nach der Anfangsbummelei bei Beffaná kommt der nun erst in Folge 14 dran. 12 Uhr mittags, dachte ich, da geht doch bestimmt was mit Zügen und so. Und wenn wir – bezogen auf die formale Grundidee – eh schon Verzögerungen im Betriebsablauf haben, philosophieren wir doch gleich ein wenig über temporale und narrative Unschärfen. Am 14.12.ab 00:01 Uhr: ELTFB#14 – Schrödingers Mittagessen.

Der Takt

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